Wald und Hund

Wald und Hund, ein schwieriges Thema. Warum ist das so schwierig? Die überwiegende Zahl der Hunde bekommen den Jagdtrieb in die Wurfkiste gelegt. Da ist es nicht verwunderlich, wenn sie ihrer Ratio folgen und eine Fährte aufnehmen oder ein in Sichtweite befindlichen Vogel aufscheuchen, oder Hase, Reh und Co.  hinterherlaufen. Für den Hund ist das nichts anderes als eine normale Abfolge seines Instinktes. Aus seiner Sicht macht er nichts verkehrt und Spaß macht es obendrein. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist der Hundebesitzer, der dem Ganzen mit Ignoranz gegenübersteht oder der Hundebesitzer, der plötzlich mit der Passion seines Hundes konfrontiert wird und dem hilflos ausgeliefert ist. Der Hund ist weg. Jeder Hundebesitzer sollte seinen Hund kennen, ja gewissermaßen lesen. Das funktioniert allerdings nur, wenn er in Sichtweite ist. Ist er das, kommt der schwierigste Punkt: er muss sich abrufen lassen. Da helfen nur viel Geduld und üben. Hundeschule ist auch gut. Hundeschulen die in einer Schulstunde zwanzig Hunde über einen Kamm scheren, werden aber zu dieser Problematik nichts beitragen können.

Der Wald – auch das Feld – sind keine rechtsfreien Räume. Es gibt viele Gesetzgebungen, Verordnungen und Regelwerke die für Ordnung in Wald und Feld zuständig sind. Da lässt sich schon einiges aufzählen:

  • Landesforstgesetz
  • Landesnaturschutzgesetz (auch mit Sondervorschriften)
  • Landeshundegesetz
  • Kommunale Regelungen
  • Landesjagdgesetz
  • Regelungen der Jagdausübungsberechtigten

Viele Hundebesitzer wissen davon nichts. Das ist sicher auch ein Problem, aber Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Hier kann man nur an die geistigen Fähigkeiten des Menschen, Einsicht zu gewinnen, Zusammenhänge erkennen und sich in seinem Handeln danach zu richten, appellieren.  Einen Hund zu haben bedeutet auch die Verantwortung für den Hund zu übernehmen.

Einen Hund von der Jagd abzuhalten gleicht der Quadratur des Kreises und ist das schwierigste Kapitel der Hundeerziehung. Aber wann ist er auf der Jagd? Für Wald und Feld gilt, dass er mit jagen beginnt, wenn er eine Fährte aufnimmt und ihr gezielt folgt. Kein Hundehalter kann sagen, mein Hund jagt nicht…. huch, eben war er noch da. Gelegenheit macht Jäger – Wehret den Anfängen. Hundehalter müssen versuchen, die veranlagungsbedingte Neigung des Vierbeiners in akzeptable Bahnen zu lenken, dann klappt es auch mit entspannten Spaziergängen im Wald und Feld. Bis dahin ist die Leine Pflicht.