Die Europäische Wildkatze

5
(47)

Über hundert Jahre war die Wildkatze in Deutschland durch den Menschen ausgerottet. Große zusammenhängende Waldgebiete wichen zugunsten der Landwirtschaft und der Siedlungs- sowie Straßenbau machten ihr das Leben nicht leichter. Sie war einfach verschwunden und nun kehrt sie auf ihren Samtpfoten still und leise, fast unbemerkt zurück. Lediglich in der Eifel konnte eine sehr kleine Population überleben. Heute leben ca. 500 Wildkatzen im nordrhein-westfälischen Teil der Eifel, von wo sie sich ausbreiten und allmählich auch den Rhein-Sieg-Kreis als Lebensraum entdecken. Ob das auf Dauer funktioniert bleibt abzuwarten. Immerhin benötigt der Kuder (männliche Wildkatze) einen Lebensraum von 4000 ha strukturierter Misch- und Laubwälder mit heckenreichen Waldsäumen und die Katze (Kätzin) immerhin noch 800 ha.

Lights

Foto:Walter Bieck

Wenn im Vorfrühling, Februar/März, die Ranzzeit beginnt, durchstreift der Kuder sein ganzes Revier auf der Suche nach einer Partnerin. Das Ranzgeschrei ist weithin hörbar, ähnlich wie bei den Hauskatzen. Nach etwa neun Wochen Tragzeit setzt die Kätzin 3-5 Junge, die sie in einem sicheren Versteck behütet. Das können Felsspalten sein oder Baumhöhlen, ein verlassener Fuchsbau wird auch gerne angenommen. Als Nesthocker sind die Jungtiere die ersten neun Tage blind. Da wo die Wildkatze zu Hause ist, kann es auch zu Kreuzungen mit der Hauskatze kommen. Diese Nachkommen haben aber in der freien Wildbahn kaum eine Überlebenschance. 

Zwischen der Wildkatze und der Hauskatze gibt es markante Unterschiede. Der Nasenspiegel der Wildkatze ist fleischfarben. Die Stirn ist stets dunkel gestreift. Die Streifen laufen im Nacken zusammen. Die Schnurrhaare sind weiß. Der Körper ist stämmiger, sie wiegt bis zu neun Kilogramm und die Rute ist buschig mit deutlich erkennbaren zwei bis drei dunklen Ringen. Sie endet stumpf mit einer ebenso dunklen Zeichnung. Die Körperlänge kann bis zu 90 cm betragen. Die Wildkatze ist ganzjährig geschützt und darf nicht erlegt werden. Hier kann  man nur hoffen, dass ein Jäger eine Wildkatze von einer wildernden Katze unterscheiden kann und der Finger bleibt vom Abzug. An Mut scheint es ihr nicht zu fehlen. Ein Video von einer Wildkamera zeigt, wie die Kätzin erfolgreich ihren Nachwuchs vor einem Wolf verteidigt, der irgendwann beleidigt abgezogen ist.

Titelfoto: pixabay.com

 

[print-me printstyle="pom-small-black"]  

MEHR ZUM THEMA

Was Sie über den Wald noch wissen sollten
...
Wenn Hunde Wild hetzen und jagen

Jeder Hundebesitzer ist bestrebt, seinen Hund frei laufen zu lassen. Es sei denn, rechtliche Anordnungen sprechen dagegen, wie etwa Leinenpflicht für bestimmte Rassen.

...
Biodiversität

Ebenso wenig wie die Summe aller Bäume einen Wald ergeben, ist die Biodiversität nicht nur die Vielzahl von Arten oder Populationen. Die genetische Variabilität einer Art gehört gleichsam auch dazu.

...
Die Flechte

Flechten sind allgegenwärtig und doch werden sie zumeist übersehen. Finden kann man sie auf Bäumen als Epiphyten, auf Holz – Lagerholz und Totholz als lignicole Flechten, als bodenbewohnende -terricole Flechten, ...

Wie Informativ war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 47

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?