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Hundeentwicklung durch Zuchtauslese

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Heutzutage werden Hunde züchterisch manipuliert, um einen speziellen Charakter hervorzuheben. Auch das Aussehen eines Hundes kann durch den Menschen stark beeinflusst und bestimmt werden: Die genetische Variabilität und die Manipulation durch den Menschen machen es möglich, Hunde mit vielfältigem Aussehen zu züchten. 

Die Hunde entwickelten sich gewissermaßen zu einem sozialen Hybriden. In einem gewissen Sinne kann der Mensch heutzutage fast jeden Aspekt eines Hundelebens kontrollieren. Wir bestimmen, wie Hunde in unserer neuzeitigen Welt funktionieren sollen, welche Rolle sie spielen und welche präzisen Aufgaben sie zu erfüllen haben. 

Der Wolf dürfte sicherlich zuerst den Menschen ausgesucht haben, um in einer Art von Symbiose mit dem Menschen zu leben. Aus dieser Beziehung Mensch/Wolf entstand der heutige Haushund. Wir Menschen haben ihn jedoch genetisch so verändert, dass er in unsere Umwelt und in unsere Lebensart integrierbar wurde. Die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit dieses Caniden machte unser heutiges Zusammenleben mit dem Hund erst möglich.

Fest steht, dass die Hunde gelernt haben, ihre biologischen Grundbedürfnisse (Reproduktion, Erschließung von Nahrungsressourcen, Gefahrenvermeidung) bestens abzudecken. Er vermittelt dem Sozialpartner Mensch sogar noch das Gefühl von Sicherheit.

Heute werden die Zuchtmanipulationsmöglichkeiten sehr stark übertrieben. Wir stellen regelmäßig Hunde aus und lassen sie in Wettbewerben gegeneinander antreten. In einem nicht endenden Prozess überzüchten wir sie für reine Schauergebnisse.

Wie der Wolf, so ist auch der heutige Haushund fähig, durch genaue Beobachtung seiner Umwelt zu lernen, also auch verhaltensangepaßte Konsequenzen zu ziehen. In dem Zusammenleben mit dem Menschen spielt somit auch die non-verbale Kommunikation eine ganz entscheidende Rolle. Unverständlich ist, dass der Mensch durch übertriebene Zuchtmanipulation ein stark übertriebenes „Kindchenschema”. der hundlichen Ausdrucksformen negativ beeinflußt und reduziert. 

Nicht nur im Kommunikationsbereich, sondern auch in Bezug auf rassespezifische Krankheiten, basierend auf genetischer Isolation, kann manche Hundeform auf Dauer nicht erhalten bleiben. Missverständnisse in der Kommunikation und die falsche Einschätzung manch angeborener Verhaltensmuster, machen das zusammenleben Mensch/Hund nicht gerade einfach ( Zum Beispiel falschverstandene Privilegien). Jeder Hund, gleich welcher Rasse, soll in in den jeweiligen Hausstand integrierbar sein. 

Der Gebrauch von Hunden für einen bestimmten Arbeitszweck (Blinden-, Service-, Rettungshund) wird leider oft nur mit konkreten Rassen verknüpft, als ob allen Vertretern einer Rasse exakt das gleiche „Verhalten“ innewohne. Arbeitshunde waren zunächst stets Mischlingsformen. Erst wurde das Arbeitsziel vom Menschen definiert, dann diverse Hundetypen, die diesem Ziel am nächsten kamen, vermischt und schließlich innerhalb einer ganz bestimmten Umweltbedingung trainiert. Am Ende stand erst die Selektion: Die besten Arbeitshunde wurden verpaart und der Kreislauf begann erneut. Auch wenn viele Rassen verhaltenstypische Merkmale aufzeigen, sind sie doch stets ein Resultat angeborener Fähigkeiten, die unter speziellen Umweltbedingungen geformt werden. 

Leider wird im Privaten Hundebereich, als auch zeitweise im Diensthundebereich ein hohes Maß an Aggressivität (soziale Unverträglichkeit) und hypersexuelles Verhalten akzeptiert. Umwelt- und sozialfreundliches Verhalten sollte normalerweise wichtiger sein, als gleiche Farbschläge oder andere nebensächliche Merkmale, die exklusives Aussehen bevorzugen und selektiv fördern. 

Ein gewisser Egoismus mancher Menschen und ihre Neigung zur Selbstdarstellung führt nicht selten beim Hund zu Überforderung und dadurch zu unbefriedigenden Arbeitsleistungen. Für den Haushund muss das selektive Ziel der Förderung umwelt- und sozialfreundlichen Verhaltens im Vordergrund stehen und definiert werden.

 

 

 

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