hundliche Aggression

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Unter dem Begriff Aggression wird ein gewaltbereites Verhalten gezeigt und verstanden. Meistens ist es eine auslösende Interaktion mit Artgenossen oder der Umwelt, die ein Hund vom Normalzustand in eine aggressive Situation bringt.

Dies bedeutet auch die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit einem Gegner, sowohl aus einer Angreifer-Position als auch aus einer Verteidiger-Position heraus.

Nach menschlichem Verständnis beschreibt der Begriff Aggression einen Gefühlszustand, der letztlich zerstörerisch wirkt. Menschen, die Aggressionen zeigen oder gar ausleben, werden von der Gesellschaft als, rücksichtslos, gewalttätig usw. bezeichnet und beurteilt. Dagegen sehen viele Menschen aggressives Verhalten bei Tieren als normal an.

Von Hunden, die sehr eng mit dem Menschen zusammenleben, wird verlangt, dass sie sich entsprechend den menschlichen Moralvorstellungen verhalten.

Unsere Hunde verhalten sich jedoch nicht nach menschlichen Moralvorstellungen, sondern nach artgerechten Verhaltensmustern, wie es ihre ursprüngliche Lebensweise erfordert.  Diese sollten wir Menschen deshalb wertfrei betrachten und bewerten.

Um das Aggressionsverhalten eines Hundes richtig zu beurteilen, ist es notwendig, dessen biologische Bedeutung zu verstehen, ohne eine vermenschlichende Wertung vorzunehmen.

Aus biologischer Sicht hängt die Bereitschaft zum aggressivem Verhalten von vielen verschiedenen, sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren ab:

  • Alter
  • Erziehung
  • Geschlecht
  • Gesundheitszustand
  • Hormonstatus
  • individuelle Entwicklung
  • Rangstellung
  • soziale Bindung
  • Trächtigkeit
  • Veranlagung

Die Funktionen aggressivem Verhalten sind ganz unterschiedlich. Sie stehen meist im Zusammenhang mit Nahrungsbeschaffung, Sexualverhalten, Aufzucht usw. 

Wir sollten jedoch bedenken, dass Aggression nicht zwangsläufig zum Ausbruch kommt. Je nachdem wie mit dem Mittel der aggressiven Kommunikation umgegangen wird, kann auch ein Auslöser oder eine aggressive Anspannung sinnvoll kompensiert werden, so dass die Hunde zu normalen Verhalten zurückkehren können. Ohne das es zur eine Eskalation kommt. In den seltensten Fällen sind Aggressionen zwischen Artgenossen zerstörerisch. Signalisiert einer der Kontrahenten seine Unterlegenheit, so lässt der Sieger ihn seines Weges ziehen. Es sind die inneren Bedingungen und äußere Reize, die das Zustandekommen und auch die Stärke des aggressiven Verhaltens steuern.

Sowohl das Abwehr- wie auch das Angriffsverhalten sind für das Zusammenleben in sozialen Verband zwingend notwendig. Beides wird eingesetzt, um eine stabile Sozialordnung aufzubauen, die wiederum jedem einzelnen Individuum Sicherheit vermittelt.

Für uns Menschen und unseren Umgang mit Hunden ist es wichtig, sich der biologischen Bedeutung aggressiven Verhaltens bewusst zu sein. Hunde sehen im Menschen zwar keine Artgenossen, durchaus aber einen Sozialpartner. Entsprechend ihrer Art sind sie bemüht, innerhalb ihres  Sozialverbandes eine möglichst ranghohe Position zu erreichen. Hunde folgen hier einfach ihrem Instinkt, dem auch seine Vorfahren gefolgt sind. Jeder Versuch, die Rangordungsposition zu verbessern, geht nun mal mit einem aggressivem Verhalten einher. 

Wie bedrohlich das aggressive Verhalten eines Hundes vom Menschen empfunden wird, hängt nicht zuletzt auch von der Körpergröße eines Hundes ab: 

Bei kleinen Hunden wird selbst das sehr aggressives Verhalten all zu oft als niedlich empfunden, während bei großen Hunden bereits leicht aggressive Tendenzen überaus bedrohlich wirken können. Ernsthaftes aggressives Verhalten darf jedoch bei keinem Hund akzeptiert werden. Weder bei Großen noch beim kleinen Hund

Es ist auf jedem Fall notwendig, dem Hund einen festen sozialen Rang innerhalb der Familie zuzuweisen und diesen immer wieder zu überprüfen und zu bestätigen. Das ist nicht nur zum Schutz des Menschen wichtig, es vermittelt auch seinem Hund eine soziale Sicherheit.

Werden Sie sich bewußt, das die Zuweisung eines niedrigen Rang weder eine Demütigung noch eine Bestrafung ist. Das Gegenteil ist der Fall. Eine stabile Rangordnung auch wenn sie unscheinbar erscheint vermittelt einem Hund Sicherheit. Diese verhindert eine ständige Auseinandersetzung und ermöglich ein entspanntes zusammen leben mit allen Familienmitgliedern.

 
Fotos: pixabay.com
 

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