Zecken

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Zecken sitzen auf den Bäumen und warten bis ein geeigneter Wirt darunter herläuft, um sich dann fallen zu lassen. Dieser Satz gehört in das Reich der Mythen. Der Lebensraum einer Zecke ist hohes Gras, Sträucher und Gebüsch. Natürlich kommen sie auch im Wald vor, wo sie aber nicht auf den Bäumen sitzen, sondern sich im Streu tummeln. Es muss ausreichend Feuchtigkeit vorhanden sein, was für den Krabbler überlebenswichtig ist. Wer einen Hund besitzt, mit dem er regelmäßig durch Felder und Wälder läuft, ist zwangsläufig mit Zecken konfrontiert, da die heilsbringende Werbung für Antizecken-Mittel ebenso ein Mythos ist. Da alles nichts hilft, bleibt dem Hundebesitzer nichts anderes übrig, als sein Tier regelmäßig abzusuchen, um dann die „Biester“ fachgerecht zu entfernen. Ab und an kann man an sich selbst auch eine Zecke entdecken, die entfernt werden muss. Oftmals sind die begehrten Stellen die Achselhöhlen, die Leiste oder Kniegelenk. Sie sind die feuchtesten Stellen am Körper. Jede andere Stelle ist genauso willkommen, wenn der Hunger groß ist.

Zecken durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien und um jedes Stadium zu meistern, benötigt sie eine „Mahlzeit“. Um sie zu bekommen, parasitieren sie an einem Warmblüter. Was an Menge dem Wirt entnommen wird, ist für ihn selbst nicht von Bedeutung, auch dann nicht, wenn das Gewicht der Zecke bis zu 200-mal größer werden kann. Ist das Maximum erreicht, fällt sie von dem Wirt ab. Wie Laboruntersuchungen zeigen, ist sie damit in der Lage, 10 Jahre ohne weitere Nahrungsaufnahme zu überleben. Im Larvalstadium ist die Zecke nur etwa einen halben Millimeter groß und kaum zu sehen. Sie parasitiert an Kleinsäugern wie Igeln oder Mäusen, aber auch Vögeln, die auch die natürlichen Feinde der Zecken sind.

Im zweiten Stadium, dem Nymphenstadium, sind es schon „jugendliche“ Zecken. Um das zu meistern benötigen sie wieder Blut. Um das dritte Stadium zu bewältigen, also die adulte Phase, das erwachsen sein, benötigen sie wieder einen Wirt. In dieser letzten Phase wird auch das Geschlecht der Zecke festgelegt, männlich oder weiblich. Nach der Begattung geht die männliche Zecke den Weg des Irdischen. Für die Eiablage benötigt die weibliche Zecke noch einmal Blut und hier schließt sich der Kreis.

Die bei uns am häufigsten vorkommenden Zecken sind:

  • Der Gemeine Holzbock
  • Braune Hundezecke
  • Auwaldzecke

Der Gemeine Holzbock ist der Überträger verschiedener Krankheiten. Die Borreliose ist in aller Munde, die sich aber gut mit Antibiotika behandeln lässt. Bei der Übertragung von FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird es schon kritischer, sie kann tödlich enden. Die Babesiose ist eine Krankheit bei Hunden, was zur Zerstörung der roten Blutkörperchen und somit zur Blutarmut führt. Unbehandelt endet sie tödlich. Eine weitere Erkrankung durch diese Zecke wäre die Anaplasmose, die die Granulozyten und Thrombozyten befällt.

Es ist nicht im Sinne der Zecke, diese Krankheiten übertragen zu wollen. Wenn sie selbst infiziert ist, macht sie es dennoch. Etwa 30 % der Zecken tragen diese Erreger in sich.

Zecken sind ein wichtiges Bindeglied in der Nahrungskette. Einige Pilzarten oder Fadenwürmer leben von Zecken. Sie auszurotten hätte eine Störung im ökologischen Gefüge zur Folge. Auch für andere Fressfeinde, wie Vögel oder Mäusen, wäre der Tisch nicht mehr so reichlich gedeckt. Wildtiere können nicht zum Tierarzt, sie müssen immun werden gegen diese Krankheiten. Das ist ein wichtiger, evolutionärer Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht haben die Zecken irgendwann ihren Schrecken verloren.

Die Zeichnung stammt von Elias auf Pixabay.com   

 

 

 

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