Der Klimawandel – was macht er mit uns

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Klimawandel ist ein natürliches Phänomen das es gibt, seit die Erde existiert. Geht man die Zeitskala rückwärts, kommt man an einen Punkt vor 720 Millionen Jahren, wo es die Schneeball-Erde gab. Die Erde war völlig vereist, selbst am Äquator herrschte Eiszeit, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“ beschreiben. Die Kontinente, wie wir sie heute kennen, gab es noch lange nicht. Die Schneeball-Erde endete vor 580 Millionen Jahren, was eine geowissenschaftliche   Hypothese ist.

Mit einem großen Sprung in der Zeitskala schauen wir in das geologische Zeitalter Ordovizium vor 480 Millionen Jahren. Es ist das Zeitalter, wo das eigentliche Leben entstand, durch erste Pilz-Pflanzen-Symbiosen. Das Klima war genau das Gegenteil von der Schneeball-Erde. Die Bodentemperatur lag bei 17 Grad C, 3 Grad über heute, O2 lag bei 14 Vol. % und der CO2  – Gehalt der Atmosphäre betrug 4500 ppm, das 10-fache von heute (wikipedia).Die Atmosphäre war eine Ursuppe aus Kohlendioxid, Methan, Schwefelwasserstoff und etwas Sauerstoff, das ein schädliches Abgas darstellte. 

Gehen wir weiter in das Zeitalter Jura vor 200 Millionen Jahren. Hier entstanden die ersten Nadelbäume, so wie wir sie heute kennen. Bis dahin hat die Erde schon fünf Eiszeiten hinter sich gebracht. Die Klimadaten aus dieser Zeit sind: Bodentemperatur 16,5 Grad C, CO2 ca.1950 ppm und der O2-Gehalt lag bei 26 %.

 

Von einer Eiszeit redet man nur, wenn mindestens beide Pole mit Eis bedeckt sind. Das bedeutet, wir leben immer noch in einer Eiszeit, die ihren Höhepunkt vor 21.000 Jahre hatte. Von da an gab es immer wieder einen Wechsel zwischen einer Kaltzeit und einer Warmzeit. Geht man noch weiter nach vorne in das Zeitalter Quartär, das ist das Zeitalter in dem wir leben und das vor 2,6 Millionen Jahren begann, war dieses bislang von 20 Kalt- und Warmzeit-Zyklen geprägt. Diese Schwankungen vollziehen sich etwa alle 50.000 Jahre.

Betrachtet man sich diese Zeitdimensionen, hatten wir quasi gestern den Beginn der industriellen Revolution gehabt und heute leben acht Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Diese 8 Milliarden leben und atmen. Rein hypothetisch und nicht wissenschaftlich untermauert, atmen sie bei jedem Atemzug 0,5 l Luft ein. Darin enthalten sind 21 % Sauerstoff beim Einatmen und 0,04 % Kohlendioxid. Beim Ausatmen sind darin enthalten 17 % Sauerstoff und 4 % Kohlendioxid. Am Tag atmet der Mensch 12 m3 Luft ein. Rechnet man diese Zahlen hoch, würde die gesamte Menschheit pro Jahr rund 780 Millionen Tonnen CO2 emittieren. Selbstverständlich kommt es auch immer auf die Konstitution des Einzelnen an. Die Industrie emittiert global gesehen pro Jahr 37 Milliarden Tonnen Kohlendioxid.

Trotz allen Emittenten dieser Erde, die man nicht alle aufzählen kann, liegt der Anteil von Kohlendioxid bei 0,04 %. Dieser Wert war aber vor 50 Jahren schon so.

Der Mensch wird sich daran gewöhnen, dass es wärmer wird, er ist sehr anpassungsfähig. Unsere Wälder freut es zunächst, das Frühjahr kommt drei Wochen früher, sie wachsen schneller und die Vegetationsperiode ist länger. Die Haselnuss blühte zum Jahreswechsel 22/23 und somit mindestens vier Wochen früher. Geht das alles früher vonstatten, muss auch mehr Wasser vorhanden sein, da sie mehr Wasser benötigen. Wer sich nicht anpassen kann,  da die Erwärmung zu schnell fortschreitet, bleibt auf der Strecke. Das nennt man Evolution. Borkenkäfer übernehmen den Rest. Sie sind der Architekt einer neuen Landschaft. Was macht das mit unseren Haustieren? Auch die versuchen sich anzupassen. Sie beginnen schon im Januar mit dem Fellwechsel. Der Rhythmus der Natur gerät durcheinander, wie schon so oft und wie und wo er sich wieder einpendeln wird, zeigt die Zukunft. Die Welt müssen wir nicht retten. Hier wird mit der Angst der Menschen von der großen politischen Bühne aus gespielt. Veränderungen wird es geben, die aber viel neues hervorbringen werden. In Abermillionen Jahren gab es fünf große Artensterben und die Welt zeigte meisterlich, dass sie sich selbst retten kann.

 

Fotos: Walter Bieck

 

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